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Thomas Finn (Permalink) InterviewWir haben mit dem Fantasy-Autoren Thomas Finn gesprochen und ihn zu Fantasy, Harry Potter und seinen letzten Büchern interviewt. Außerdem verriet er uns, wie man als Fantasy-Autor sein Hobby zum Beruf machen kann... Thomas, du lebst als Autor in Hamburg. Welche Bücher hast du schon veröffentlicht? Einen guten Überblick findet man auf meiner Webseite unter www.thomas-finn.de. Aber ich schreibe nicht nur Romane, sondern auch Drehbücher und Theaterstücke. Derzeit habe ich gerade für Ravensburger die "Chroniken der Nebelkriege", bestehend aus den Romanen Das unendliche Licht, Der eisige Schatten und Die letzte Flamme, abgeschlossen. Konkret spukte mir die Story des Irrlichtjägers, der dann als Zauberer in ein großes, phantastisches Abenteuer verstrickt wird, schön länger im Kopf herum. Ich wollte schon immer eine phantastische Geschichte schreiben, die in einem magischen Spiegelbild des mittelalterlichen Nordeuropas angesiedelt ist. Es ging mir darum, eine Bühne zu ersinnen, die sofort ein Gefühl der Vertrautheit erzeugt. So kam es, dass sich die Welt des Unendlichen Lichts von Albion in Norden - ein alter Name für England -, über Städte und Landschaften wie Hammaburg (Hamburg) oder Colona (Köln) bis hinunter zum Alptraumgebirge (die Alpen) spannt. Bevölkert wird sie von Menschen, Elfen, Kobolden, Zwergen und Däumlingen aber auch anderen Wesen, die man aus der europäischen Sagenwelt kennt. "Die letzte Flamme", der dritte Teil der ‚Chroniken der Nebelkriege', kommt ja bereits im September in die Läden. Wie bei J. K. Rowling soll das der Abschlussband werden - oder doch nicht? (Lacht) Doch, das ist der Abschlussband der Trilogie, auch wenn man sich als Autor nach so vielen Romanen natürlich selbst ein klein wenig in Welt und Figuren verliebt hat. Tatsächlich ist die Welt des Unendlichen Lichts als Bühne genau so geraten, wie ich mir eine phantastische Welt immer vorgestellt habe: bunt, magisch und auch ein klein wenig skurril. Ich kann mir durchaus vorstellen, irgendwann einmal in die Welt des Unendlichen Lichts zurückzukehren. Damit muss aber nicht zwangsläufig jener Weltenausschnitt gemeint sein, der in den Chroniken behandelt wird. Auch Cameo-.Auftritte einzelner Protagonisten aus den Chroniken wären vorstellbar. Ich denke hier vornehmlich an den Klabauterkapitän Koggs Windjammer. In den Chroniken tritt mit Magister Thadäus Eulertin ein entzückender Däumlingsmagier auf, dem sich später auch noch die Däumlingshexe Amabilia anschließt. Wie bist du darauf gekommen, Däumlinge in die Story einzubauen? Naja, eigentlich, weil ich schon immer ein Fan von Däumlingen war. Außerdem ist man als Autor sehr darum bemüht, möglichst unentdecktes Terrain zu betreten. Als ich mich dazu entschloss, den größten bekannten Windzauberer der Welt zu einem Däumling zu machen, war ich selbst darüber verblüfft, dass Däumlinge in der Literatur so gut wie nicht auftreten. Gerade aber die Däumlingsperspektive bietet einen großen Reiz. Als ich die Gefährten in Der eisige Schatten ein Däumlingsdorf besuchen ließ, habe ich mir damit eigentlich einen privaten Wunsch erfüllt. Warst du schon immer Fantasy-Fan? Wie bist du dazu gekommen, selbst zu schreiben? Ich habe mich schon immer für Fantasy- und Abenteuergeschichten begeistert. Mit der Schreiberei ging es richtig los, als ich die Fantasy-Rollenspiele für mich entdeckt habe. Dass ich aber mal hauptberuflicher Schriftsteller werden würde, hätte ich damals selbst nicht für möglich gehalten. Noch heute empfinde ich es als außerordentliches Privileg, all die Geschichten, die in meinem Kopf herumschwirren, niederschreiben und damit andere unterhalten zu dürfen. Was begeistert an diesem Genre so derart? Was unterscheidet es von anderen Stilrichtungen? Mich begeistert an der Phantastik, dass die Möglichkeiten so grenzenlos sind. All die guten Geschichten fangen ja in der Regel mit der Frage "Was wäre wenn...?" an. Was wäre denn, wenn es Zauberei wirklich gäbe? Was wäre denn, wenn Drachen wirklich existierten? Was wäre denn, wenn Zeitreisen möglich wären? Es ist stets ein bisschen so, als würde man einen Ausflug in seine Kindheit unternehmen, eine Zeit, in der einfach alles möglich schien. Viele Fantasy-Geschichten überschneiden sich inhaltlich. Ist Fantasy nicht eigentlich ein sehr monotones Genre? Wenn du auf das wiederholte Auftauchen solcher Elemente wie Zauberer, Drachen, Elfen oder Gefährtengruppen im tolkienschen Sinne anspielst, hast du natürlich im gewissen Rahmen Recht. Na und? Diese Elemente sind eben ein typisches Kennzeichen der Fantasy, so wie es der Mankellsche, vom Leben gebeutelte Kommissar bei den Krimis ist. Die Leser, zu denen ich mich selbst auch zähle, lieben solche Geschichten eben. Kenne ich etwa alle Drachengeschichten, nur weil ich bereits Eragon gelesen habe? Oder soll ich mir lieber Eragon ersparen, weil ich bereits die Geschichte um Luke Skywalker aus Krieg der Sterne kenne? Es kommt bei alledem stets auf die Ausführung an - und da muss man dann schon die Spreu vom Weizen trennen. Hast du einen Tipp für alle, die Fanfiction oder andere, eigene Fantasy-Geschichten schreiben und damit veröffentlicht werden wollen? Abgesehen vom unbedingten Glauben an sich selbst, kann ich nur empfehlen, sich zuvor mit dem Handwerkszeug des Schreibens vertraut zu machen. Da mir die Frage oft gestellt wird, habe ich auf meiner Webseite unter der Rubrik "Tipps" einige interessante Bücher zu dem Thema aufgelistet. Autor wird man nicht, indem die Muse einen küsst (was auch immer das sein soll). Schreiben ist - im Gegenteil - ein knüppelhartes Handwerk, das man aber erlernen kann. Hinzu kommt dann natürlich noch ein Gutteil Phantasie und Talent. Tja, und dann heißt es Schreiben, Schreiben, Schreiben. Egal für wen, egal für was. Hauptsache, man bleibt im Training. Würde man dir anbieten, dass deine Bücher verfilmt werden könnten, würdest du dem zustimmen? Erfahrungsgemäß wird bei Verfilmungen ja immer etwas ausgelassen... Aber sicher. Ich bin da ziemlich pragmatisch. Man muss sich als Autor halt bewusst machen, dass ein Film ein anderes Medium als ein Buch ist. Aber da ich nach meiner eigenen Einschätzung eh recht filmisch schreibe, sehe ich da weniger Probleme. Bist du selbst Harry Potter Fan? Wann und wie bist du zu den Büchern gekommen? Ich liebe Harry Potter. Aufmerksam geworden auf die Reihe bin ich allerdings erst mit "Die Kammer des Schreckens". Damals dachte ich mir aber noch "Wenn jetzt in jedem Band ein neuer Geheimraum in Hogwarts entdeckt wird, dann höre ich wieder auf." Glücklicher Weise lieferte Joanne K. Rowling dann mit "Der Gefangene von Askaban" gleich den meines Erachtens besten Teil der Reihe ab. Seitdem bin ich ein großer Harry Potter-Fan. Hast du den siebten Teil schon gelesen? Nein, ich warte, bis er auf Deutsch herauskommt. Die Wartezeit zwischen Band 6 und 7 haben wir uns übrigens mit einem einjährigen Harry Potter-Rollenspiel abgekürzt. Ein Harry Potter-Rollenspiel? Oh ja, und zwar streng nach allen Infos aus dem Harry Potter-Universum. Wir haben acht Jahre vor der Romanhandlung gespielt. Das fing damit an, dass wir kurz vor der Einschulung in der Winkelgasse eine fiese Hexe gestellt haben, die in bester Hänsel- und Gretel-Manier Mitschüler in Kuchenmännchen verwandelt hat. Überhaupt hatten es die Hexen auf Hogwarts und uns abgesehen. Die Runde war einfach klasse und hat uns die Welt von Harry Potter noch einmal viel näher gebracht. Demnächst beginnen wir mit dem zweiten Schuljahr. Danach werde ich selbst den Job des Spielleiters übernehmen und meine Mitspieler im dritten Schuljahr zwecks Schüleraustausch nach Ägypten führen. Ich freue mich schon auf die finsteren Tiernekropolen mit den einbalsamierten Vertrautentieren der altägyptischen Zauberer (lacht). Hast du die Harry Potter Filme gesehen? Wie beurteilst du ihre Umsetzung? Ich finde die Filme eigentlich ganz gut umgesetzt. Ich weiß, viele Informationen und Handlungsstränge aus den Büchern sind dort verloren gegangen, aber ich denke immer noch, dass die Filme die Stimmung der Romane gut eingefangen haben. Könntest du Joanne K. Rowling einen Tipp für ihren Abschlussband geben, wie würde dieser lauten? Na, soweit kommt es noch. Joanne K. Rowling hat angekündigt, dass zwei Figuren mehr als ursprünglich geplant im letzten Band den Tod finden werden. Wer, denkst du, muss dran glauben? Ich tippe unter anderem auf Mad Eye Moody, weil er als Kämpfer angelegt ist. Und die sterben bekanntlich in ihren Stiefeln. Außerdem befürchte ich, dass Neville Longbottom das Zeitliche segnet. Von den Spekulationen, dass Harry selbst sterben könnte halte ich nichts. Zumindest wenn es bei der Ankündigung bleibt, dass das letzte Wort des siebten Romans "Narbe" lautet. Was soll dort denn in Harry Todesfall stehen? "Ron und Hermine standen neben Harrys Leichnam und betrachteten noch einmal seine Narbe..." Nein, nicht wirklich. Und die obligatorische Frage unter allen Harry Potter Fans im Moment: "Snape - gut oder böse?" Gut. Thomas, vielen Dank für dieses informative Gespräch! |
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